Saeluidas Elencale - Die Reise ohne Wiederkehr

Eine kurze Vorstellung der Charaktere (wer möchte auch RL)

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Saeluidas Elencale - Die Reise ohne Wiederkehr

Beitragvon Saeluidas Elencale » So 2. Mai 2010, 16:10

Von einem Geräusch aus einem quälenden Traum gerissen, öffnet Saeluidas mühsam die Augen. Immer noch spürt sie die alles durchdringende Kälte und die Einsamkeit, die ihr im Traum den Atem raubte. Langsam erkennt sie im Halbdunkel eine zarte Gestalt, so klein wie ein Kind, die sich auf dem Fell am Kamin niedergelassen hat und sie ansieht. Saeluidas erschrickt, wie war dieses Kind ins Haus gekommen? Die Tür war doch verschlossen.

Ein seltsames Strahlen scheint von diesem Wesen auszugehen, was seine Haare und die fremdartig geschnittene Kleidung wie Sternenlicht glitzern lässt. Ruhig sehen beide sich an, eine Weile fällt kein Wort.
„Wer bist du und was willst du hier?“, Saeluidas flüstert, als sie die Stille nicht mehr aushält.

Das Kind lächelt sanft: „Mein Name ist uninteressant, suche dir einen aus ... Ich bin gekommen, um dich abzuholen. Du weißt … die Aufgabe der Valar.“

„Dann ist es schon soweit?“, die Elbe versucht ihre rasenden Gedanken zu ordnen.

Das Wesen nickt: „Wir werden eine lange Reise machen, zunächst bis in die Gegend von Umbar. Dann geht es noch weiter in den Süden, ins Wüstenland.“

„Aber ich kann nicht gehen, noch nicht! Meine Kinder, sie brauchen mich …“.

So etwas wie Mitleid zeichnet sich im Gesicht des Wesens ab:„Für Dilarath ist es besser, wenn du fortgehst. Thireth ist stark, sie kommt allein durch und die kleine Varyalasse versucht ihre Trauer im Eise Forochels zu vergessen. Keinem kannst du helfen, sie müssen es allein schaffen.“

„Mein Gatte, er …“, Saeluidas Stimme ist kaum zu hören.

„Hast du das Gefühl, er wird es überhaupt bemerken, wenn du fort bist? Wo ist er denn, kommt er jemals zurück? Nicht einmal das weißt du … schon lange hat er seinen Schwur vergessen, den er dir vor den Valar gab.“ Die grausame Wahrheit dieser Worte treibt Saeluidas heiße Tränen in die Augen, sie wischt die Tränen mit einer unwilligen Handbewegung fort, nickt langsam und wie betäubt.

„Aber ich muss mich doch wenigstens verabschieden … meine Freunde, die Sippe …“.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren, du musst fort! Schreib ihnen ein paar Zeilen, aber beeile dich!“

Wie in zähem Schlamm gefangen, erhebt sich Saeluidas und geht zu ihrem Schreibtisch. An Jeden verfasst sie ein paar Zeilen und versiegelt die Briefe. Sie liest sich noch einmal ihre Zeilen an die Sippe durch:

Liebe Sippenbrüder und –schwestern!
Ich weiß, es ist schwer zu verstehen, doch ich muss fort. Eine nicht zu umgehende Aufgabe ruft mich in den tiefen Süden und niemand weiß, ob ich jemals wieder zurückkehren werde.
Habt Dank für Eure treue Freundschaft und den Trost, den ihr mir - ohne es zu wissen - in so mancher Stunde gewährt habt, in der mich das Dunkel der Einsamkeit zu verschlingen drohte. Mit großer Wehmut werde ich mich an die gemeinsamen Feste erinnern, unsere Musik, an die lieben Gespräche im Sippenhaus … und an die vielen Gefahren, die wir zusammen gemeistert haben. Doch das ist nun alles Vergangenheit …
Namárie … und passt auf euch auf, es wäre so schade um euch! Vergesst mich nicht ganz …

Eure Sippenschwester
Saeluidas Elencale


Sie versiegelt auch diesen Brief, kleidet sich an und packt ihr Bündel. Es ist nicht viel, was sie mitnimmt, nur ein paar Kleidungsstücke, ihr Schreibzeug, Gegenstände, die sie an die Kinder erinnern. Sie hängt nicht an materiellem Besitz, so fällt es ihr leicht, diesen zurück zu lassen. Alles, was ihrem Herzen jemals etwas bedeutete, hat sie lang verloren.

Mit einem leichten Nicken deutet sie dem kleinen Boten der Valar ihre Bereitschaft zur Reise an, dann schließt sie leise hinter sich die Tür des Hauses, sieht sich nicht mehr um …

Ú-chebin estel anim ... ich behielt keine Hoffnung für mich, flüstert Saeluidas vor sich hin ... und bald darauf sind die Reisenden im Nebel der Morgendämmerung verschwunden.
Einander kennenlernen heißt lernen, wie fremd man einander ist.
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