Saeluidas Elencale - Prolog

Eine kurze Vorstellung der Charaktere (wer möchte auch RL)

Moderator: Merinas

Saeluidas Elencale - Prolog

Beitragvon Saeluidas Elencale » Do 11. Mär 2010, 19:01

OOC:

Hier nun der Prolog aus dem Buch der Lebensgeschichte der Saeluidas Elencale (im Buch ist der Name Sailandis). Damit etwas klarer wird, wie es zur Wiedergeburt Saeluidas´ kam … und was es mit den Kindern aus ihrem ersten Leben auf sich hat. Nein, keine Angst, ich werde die Geschichte hier nicht weiter ausbreiten.

Die Kinder sind übrigens Thireth und Dilarath.

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PROLOG

Eine körperlose Stimme voller Geduld und Mitleid manifestiert sich im Bewusstsein der ruhelosen Seele, die in der absoluten Stille von Mandos Hallen verweilt.

„Du musst dir selbst endlich verzeihen, Seele, sonst wirst du nie Ruhe finden. Es war nicht deine Schuld. Vergib dir, wandle deinen Kummer in Weisheit!“

„Ich kann nicht, kann mir meine Schwäche nicht vergeben, Nienna! Zuviel habe ich zerstört, das Leben meiner ungeborenen Kinder ... die Hoffnung auf Liebe. Es verfolgt mich, es lässt mir keine Ruhe! Es gibt keinen Ort, wo ich meinen Gedanken entkommen könnte ...es sei denn, diese Welt endete.“

Wie ein stummer Schrei erreicht die dunkle Verzweiflung der Seele die Valie Nienna, Herrin über Trauer und Mitleid, für unendliche Geduld bekannt. Doch nun mischt sich ein Hauch von Ungeduld in die Berührung des Geistes durch die Valie.

„Immer noch so stolz, Noldo ... Feuergeist? Wie lang braucht es, um diesen rebellischen Geist zu befrieden? Ein Moment der Schwäche nach einer schier endlosen Folge schwerer seelischer Erschütterungen in deinem Leben, wer würde ihn dir vorwerfen? Niemand, außer dir selbst! Es war nicht deine Schuld, dass deine Mörder dich stellten und deine ungeborenen Kinder mit dir starben ... in diesem Moment als du dich entschlossen hattest, doch noch weiter zu leben, dort in Endor. Wer bist du, dass du glaubst, das Lied der Ainur allein mit deinem Willen formen zu können?“

„Du willst mir Trost spenden, Nienna, doch deine Worte erreichen mich nicht. Niemals hätte ich mich leichtfertig in solche Gefahr begeben dürfen, ohne Waffen, in dem Wissen verfolgt zu werden. Wie konnte ich so dumm sein, ihnen den ungeschützten Rücken zu kehren? Und doch ... Fuldors Augen schauten so friedfertig, so voller Schmerz, keine Rachegelüste sah ich mehr darin, ich fühlte mich ihm plötzlich verbunden. Doch dann, nie hätte ich gedacht ... aber ich hätte darauf gefasst sein müssen! Seine Sippenangehörigen standen hinter mir und der Hass Alwons loderte wie je in seinen Augen. Getötet ohne Gegenwehr, ich verachte mich zutiefst dafür!“

Die tiefe Verbitterung der Seele weht wie ein eisiger Luftzug vorbei.

„Wie hättest du dich in deinem völlig erschöpften Zustand gegen diesen entschlossenen Gegner zur Wehr setzen sollen? Das wäre dir auch mit deinen Waffen nicht gelungen! Welch ein Werk der Niedertracht, eine wehrloses Geschöpf von hinten zu erdolchen!“

„Aber ich hätte wenigstens versuchen müssen mich zu wehren und auf die Niedertracht vorbereitet sein müssen.“

„Ratlos bin ich, fea, scheinen doch all mein Rat und mein wohlgemeinter Zuspruch bei dir vergebens. Nicht alles scheinst du mir zu offenbaren? Du weißt, das Licht Valinors wirst du erst erneut erblicken, wenn dein Kummer geheilt ist. So rede!“

Eine längere Zeit der Stille folgt, bis sich die Seele wieder äußert.

„Die Kinder, wo sind sie? Wir waren uns so nah und nun wurden sie mir entrissen. Ich spüre sie noch, doch die innige Verbindung brach ab. Ich sehne mich so sehr nach ihnen!“, ein Seufzen berührt Niennas Geist.

„Es geht ihnen gut, sie erinnern sich kaum mehr an den entsetzlichen Schrecken, der sie aus der leiblichen Existenz riss. Bald werden sie geheilt sein und in einem neuen Körper erwachen, ohne Erinnerung an ihr erstes Leben oder an dich.“

„So werden sie in Valinor das Licht der Welt erblicken, im Segensreiche, als Angehörige der Eldar. Aber ...“

„Ja?“

„Sie sind ... ihr Vater ...“

„Ist ein Mensch, wir wissen es. Doch das macht keinen Unterschied, waren sie doch noch nicht geboren und hatten keine Gelegenheit zu wählen. Daher ist ihnen Valinor nicht verwehrt, sei beruhigt!“

„Aber nicht das ist meine Sorge, heri Nienna. Sie werden hier in Aman erwachen, als Elben. Ihre Heimat Endor, sie werden dort nicht aufwachsen. Selbst wenn sie später einmal von ihrer Herkunft erfahren sollten und nach Endor reisen wollten, so wären sie doch hier bei den Elben aufgewachsen, kennten nur unsere Kultur, die Völker Mittelerdes wären für sie Gestalten aus den Büchern der Legenden. Hätten sie so wirklich die Möglichkeit, eine echte Wahl zu treffen, ohne Vergleich?

Endor ... ich hatte dieses Land lieb gewonnen, obwohl meine Wurzeln in Valinor verankert sind. Nicht ohne Fehl ist es, doch von einer die Seele berührenden Schönheit. Das Werden und Vergehen in der Natur, der scheinbare Tod im Winter und das Neuerblühen im Frühling, tief bewegt war ich jedes Mal neu bei diesem Anblick. Ich spürte in ihm den ewigen Kreislauf des Lebens, der andauert, bis diese Welt endet. Obwohl wir Elben nicht sterben, fühlte ich mich als Teil dieses Kreislaufs, durch die Verletzlichkeit meines Körpers.

Treue Freunde fand ich dort ... nicht nur bei den Eldar, sondern auch unter den Kindern Aules, den Naugrim. Stark und unbeugsam sind sie, mit manchmal starrem Sinn, doch treuem Herzen. Auch bei den Edain, stolz und eigensinnig, oft fehlgehend in ihrem Urteil, getrieben von Gier ... und doch ebenso zu Güte, Großmut und hoher Tapferkeit befähigt, bereit ihrem sterblichen Schicksal aus eigener Kraft soviel abzuringen wie möglich. Freunde fand ich nicht zuletzt bei den Periannath, diesem herzensguten Völkchen, klein von Statur, doch von großer Seele und Wagemut.

All dies wollte ich meinen Kindern zeigen, sie lehren, es zu verstehen und zu lieben. Dieser Welt und seinen Bewohnern mit Achtung zu begegnen ... und nun wird dies nie geschehen. Niemals werden die Kinder ihre Heimat Endor sehen. Ich habe ihnen viel genommen, noch vor der Geburt.

Valinor... es ist vollkommen, doch ewig gleich. Nie hatte ich hier dieses Gefühl von Lebendigkeit wie in Endor, selbst während meiner Kindheit in Tirion nicht. Trotz aller Schatten, die sich in Endor durch Melkors Schergen wie diesen Sauron und seine Kreaturen zusammenbrauen, ich hätte ihnen gewünscht, dort aufzuwachsen ... und einmal eine wirkliche Wahl treffen zu können.“


„Es ist nicht vorgesehen, deine Kinder mit dem Wissen um ihre Abstammung zu belasten, sie werden nicht wählen müssen.
Doch du würdest sie den Frieden und die Schönheit des Segensreiches mit den Schrecken Endors tauschen lassen? Die Vergänglichkeit und den Schmerz über den Verlust von Liebsten und Freunden, gegen die Heiterkeit und Erhabenheit Valinors? Dies fällt mir schwer zu glauben, Seele!“


„Dennoch war es mein Wunsch, als ich dort lebte.“, tiefe Trauer spricht aus den Gedanken. „Ich weiß um die Schicksale vieler fear hier in diesen Hallen, grausam und schmerzvoll“, fährt die Seele fort. „Schlimmes haben sie erlitten und mein eigenes Schicksal dünkt mich gering gegen diese Qualen. Doch wenn ich auch mit ihnen fühle, so hilft mir dieses Wissen nicht, nimmt mir nicht meine Trauer. Aber ich werde abwarten und versuchen, die notwendige Weisheit zu erlangen, um mich zufrieden zu geben.

Die Kinder, möge es ihnen wohlergehen, ohne die Erinnerung an ihre Eltern. Ihr habt recht, es ist unverantwortlich von mir, ihnen die nicht zu verleugnenden Schrecken Endors aufzwingen zu wollen. Mein eigenes Leben sollte mir da eine stete Mahnung sein. Möge das Wissen um ihr Glück meine Sehnsucht danach lindern, in ihre Augen zu schauen und sie aufwachsen zu sehen.“


Ohne ein weiteres Wort wendet sich die Valie Nienna ab und verlässt Mandos Hallen.

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Eine nicht definierbare Zeitspanne vergeht in den Hallen der Toten, abgekoppelt vom Fluss der Zeit in der realen Welt. Wieder betritt Nienna die Räume und wendet sich an die Seele.

„Höre meine Worte, Seele! Die Valar geben dir Gelegenheit, zurück zu kehren nach Endor. Diese Gnade blieb bisher nur bedeutenden Persönlichkeiten vorbehalten, doch zweifle ich nicht an Manwes Weisheit, der die Gedanken Ilúvatars kennt, wie kein Anderer.

Du wirst in Endor eine Aufgabe erfüllen müssen, die selbst mir verborgen ist. Auch du wirst sie nicht kennen, bis es an der Zeit ist, sie auszuführen, mögen auch Zeitalter darüber vergehen. Dazu wirst du in einem neuen Körper wiedererwachen, an einem von Manwe ausgewählten Ort.

Auch die Seelen deiner Kinder werden dort geboren werden, in jungen Körpern, als Peredhil. Doch sie werden dich, ihre Mutter, nicht mehr kennen, wenn auch das Gefühl der Verbundenheit zwischen euch nie abreißen wird. Um ihnen die Wahl zu lassen, später den Weg der Elben oder der Menschen einzuschlagen, wird man ihnen die Geschichte ihrer Herkunft offenbaren. Aber sie werden die Namen ihrer Eltern niemals erfahren.

Dir selbst ist es auf ewig untersagt, dich ihnen zu erkennen zu geben, noch je zu irgend einem Anderen davon zu sprechen, selbst zu denen nicht, die dir vielleicht einmal am nächsten stehen werden. Redest du dennoch, wird im gleichen Augenblick deine Existenz und die deiner Kinder enden und ihr werdet zurückkehren hierher in die Hallen der Erwartung. Ebenso wird das Leben deiner Kinder enden, entschließt du dich freiwillig dazu, deine leibliche Existenz vor der Zeit aufzugeben, weil dir die Bürde deines Weges zu groß wird.

Ein weiteres Ziel geben dir die Valar auf: Versuche weiser zu werden, umsichtiger, geduldiger, zähme deinen Feuergeist!

Suche durch die Hilfe für andere Ruhe für deine von Zweifeln und Selbstvorwürfen geplagte Seele zu finden ... Heile! Forsche als Gelehrte in alten Schriften nach Möglichkeiten, den Kampf des Lichtes gegen die Dunkelheit zu unterstützen!

Den Valar ist die Schwere der Bürde ihrer Bedingungen bewusst, doch sind sie die Voraussetzung für die Wiedergeburt. Du hast die Möglichkeit zu wählen: Bleibe hier und ermögliche deinen Kindern ein Leben in Valinor ... oder kehre zurück mit ihnen nach Endor und erfülle dort deine Aufgabe. Entscheidest du dich zu bleiben, wird eine andere Seele ausgewählt, die Aufgabe in Endor zu vollbringen.

Dies sind die Bedingungen, nimmst du sie an?“


Erschrockene Stille breitet sich für eine lange Zeitspanne in der Körperlosigkeit aus.

„Aber ich will nicht zurück, hier in den Hallen der Erwartung möchte ich versuchen, Ruhe zu finden. Die Kinder sollen wählen können … Habe ich die Möglichkeit, mich zu bedenken, Nienna?“

„Nein, entscheide dich!“

Wieder vergeht eine Weile der undefinierten Zeit in Mandos Hallen, doch dann erfolgt die Antwort.

„Wenn ich auch nicht verstehe, warum mir die Valar diese schwere Bürde auferlegen, Nienna, so will ich doch ihrem Wunsch entsprechen. Ich werde mich ihren Bedingungen beugen.“

„So sei es! Dein Name wird Sailandis sein, Freundin der Weisheit. Ich rate dir, halte dich daran und handle weise, fea!“

Nienna verlässt die Grotte, das Bewusstsein der Seele verschwimmt.
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